Messung des Return on Investement (ROI) im Bereich Social Media, aber wie?
Was bedeutet Return on Investement oder kurz: ROI?
Grundsätzlich beschreibt der Begriff das Verhältnis zwischen Kosten einer Investition und dem daraus resultierenden Mehrwert. Also beispielsweise die Kosten einer durchgeführten Kampagne eines Autokonzerns und die daraus resultierenden, höheren, Verkaufszahlen des beworbenen Autos. Somit kann der ROI als Gradmesser für den Erfolg oder Misserfolg einer Investition, bzw. einer Kampagne wie in diesem Fall, herangezogen werden. Doch gerade der Social Media Bereich ist oft so komplex, dass dieses klassische Werkzeug nicht ausreicht um den Erfolg einer Kampagne zu bewerten.
Mögliche Gründe für das Versagen des ROI bei Social Media
Fragmentierung
Viele verschiedene Soziale Netzwerke und Dienste. die nur wenig oder gar nicht miteinander verknüpft werden können, machen es schwierig ein Gesamtbild zu erlangen. Die oft unterschiedliche Nutzerbasis und Ausrichtung der Netzwerke trägt zusätzlich zur Fragmentierung bei. Deshalb ist es wichtig, sich schon vorab darüber zu informieren welche Zielgruppe die verschiedenen Netzwerke ansprechen und welche davon für die eigenen Ziele wirklich relevant sind.
Nicht nur Verkaufszahlen werden beeinflusstNeben den tatsächlichen und leicht messbaren Verkaufszahlen werden durch Social Media eine Reihe anderer Faktoren beeinflusst, welche ebenso wichtig sein können, aber vom ROI nicht erfasst werden. Dazu gehören gesteigerte Kundenloyalität, höheres Kundenvertrauen, intensivere Kommunikation und direkter Austausch mit dem Kunden, Steigerung der Markenbekanntheit (brand awareness) und im Idealfall die Neu- oder Weiterentwicklung von Produkten basierend auf Feedback des Kunden selbst. Natürlich sind dies keine unbekannten Nebeneffekte von Werbung bzw. Marketing und traten auch schon in klassischen Medien auf, durch den hohen Vernetzungsgrad und die Interaktivität der sozialen Netzwerke treten sie hier aber besonders stark und nachhaltig auf.
Tatsächliche Höhe des Investements nicht eindeutig
Das Erstellen einer Facebook Seite oder eines Twitter Accounts kostet im Normalfall nichts. Wenn es sich also nicht gerade um eine große Social Media Kampagne handelt, welche zusätzlich durch eine Agentur betreut wird, entstehen keine Anfangskosten. Um also überhaupt einen Return on Investement messen zu können, muss eine andere Bezugsbasis gewählt werden. Dabei bietet sich die Zeit als messbare Größe an. Wichtig ist, dass alle Tätigkeiten die für diesen Bereich bestimmt sind exakt und regelmäßig zeitlich erfasst werden, um später daraus ableiten zu können ob sich dieses Engagement rechnet.
Wie kann man den ROI dennoch im Bereich Social Media messen?
Als erstes sollte geklärt werden was überhaupt gemessen werden möchte, bzw. was beispielsweise das Ziel einer Kampagne sein soll. Wenn es um eine Website geht, ist es sicher sinnvoll über Tools wie Google Analytics den Traffic der Seite zu messen, um so Rückschlüsse auf den Erfolg zu ziehen.
Handelt es sich um eine breit angelegte Kampagne, welche nicht nur den Traffic der Website sondern auch die Bekanntheit, oder das Image des Unternehmens steigern soll, bietet es sich an positive (oder negative) Twitter Beiträge, Blogposts oder Rückmeldungen als Gradmesser zu verwenden.
Neben dem selbstständigen Suchen und Bewerten solcher Trends, ist es sehr hilfreich sogenannte Social Bookmark Sites wie Digg, delicious, oder StumbleUpon für das Sammeln und Analysieren von Trends zu verwenden. Über den Webbrowser Firefox und die Erweiterung Greasemonkey lässt sich Google Analytics um das Social Media Metrics Plugin erweitern und damit diese Daten aus den Social Bookmarks einbinden. Um noch genauer zu analysieren aus welchen Netzwerken die Besucher kommen, sind sogenannte URL Shortener hilfreich, welche eine Analyse Funktion besitzen. Ein gutes Beispiel ist dabei der Dienst Bit.ly, welcher nicht nur die Anzahl der Klicks, sondern auch Herkunft der Benutzer und Uhrzeit der Aufrufe protokolliert. Für ein Gesamtbild der eigenen Website aus dem Social Media Blickwinkel ist auch Xinu interessant, welches schnellen Zugriff auf eine übersichtliche Darstellung und Analyse ermöglicht. Ein sehr umfangreiches Tool bietet der Dienst PostRank, welcher über ausgeklügelte Algorithmen einen sehr guten Indikator für die Relevanz oder den Einfluss einer Seite, eines Beitrags, oder einer Kampagne bietet. Da regelmäßig neue Tools und Dienste im Analyse Bereich geschaffen werden, ist es sinnvoll einen Blick auf das Social Media Monitoring Solutions Wiki zu werfen. Hier werden zahlreiche wichtige Dienste aufgelistet und in Kategorien sortiert.
Auch wenn die ultimative Lösung für die Messung des ROI im Bereich Social Media noch nicht gefunden scheint, gibt es zahlreiche Tools und Dienste die in die richtige Richtung zeigen. Generell empfiehlt es sich eine Recherche unter Berücksichtigung der eigenen Anforderungen durchzuführen, und verschiedene Dienste auszuprobieren um das Optimum in Analyse zu erreichen. Auch eine Kombination der hier vorgestellten Methoden und Dienste kann sich positiv auf die Breite und Aussagekraft der daraus resultierenden Analyse auswirken.
Sollte der heilige Gral der Social Media Analyse bald gefunden werden, wird dieser Artikel einem Update unterzogen. Bis dahin soll er einen Einblick und eine Hilfestellung das Thema ROI betreffend bieten, ohne den Anspruch zu haben vollständig zu sein, oder eine endgültige Lösung aufzuzeigen.